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Notizen aus der Neupetershainer Lesestube (Nr. 39)

Der schwedische Ingenieur Alfred Nobel erfand 1867 den Sprengstoff Dynamit und wurde damit so vermögend, dass er eine ertragreiche Stiftung gründen konnte und testamentarisch den nach ihm benannten Preis für hervorragende wissenschaftliche und humanitäre Leistungen verfügte. Der Nobelpreis wird jährlich seit 1901 in fünf Kategorien (Physik, Chemie, Medizin, Literatur, Verdienste für den Weltfrieden) verliehen, und der einzelne Preis kann auf mehrere Personen verteilt werden.

Der erste Literatur-Nobelpreisträger (LNP) war der französische Lyriker R. F. A. Sully Prudhomme

(1839 – 1907). Die Höhe des Preisgeldes richtet sich nach dem aktuellen Zinsertrag der Nobelstiftung und betrug zum Beispiel 1989 rund 860 000,- DM. Im Schnitt ist er mit etwa 970 000,- € dotiert und wird jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, von der Schwedischen Akademie der Schönen Künste vergeben.

Die Neupetershainer Lesestube besitzt seit Kurzem eine kleine, aber feine Edition namens „Nobelpreis-Bibliothek“, in der die folgenden Preisträgerinnen und Preisträger mit einem ihrer bedeutendsten Werke vertreten sind:

LNP 1972: Heinrich Böll, „Gruppenbild mit Dame“

LNP 1938: Pearl S. Buck, „Die gute Erde“

LNP 1957: Albert Camus, „Der Fremde“

LNP 1981: Elias Canetti, „Die Stimmen von Marrakesch“

LNP 1949: William Faulkner, „Licht im August“

LNP 1983: William Golding, „Herr der Fliegen“

LNP 1920: Knut Hamsun, „Hunger“

LNP 1912: Gerhart Hauptmann, “Vor Sonnenaufgang“

LNP 1954: Ernest Hemingway, „Der alte Mann und das Meer“

LNP 1968: Yasunari Kawabata, „Kyoto oder Die jungen Liebenden“

LNP 2002: Imre Kertész, „Roman eines Schicksallosen“

LNP 1907: Rudyard Kipling, „Das Dschungelbuch“

LNP 1909: Selma Lagerlöf, „Nils Holgersson“

LNP 2007: Doris Lessing, „Eine afrikanische Tragödie“

LNP 1929: Thomas Mann, „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“

LNP 1982: Gabriel Garcia Márquez, „Hundert Jahre Einsamkeit“

LNP 1958: Boris Pasternak, „Doktor Schiwago“

LNP 1978: Isaac B. Singer, “Max, der Schlawiner“

LNP 1970: Alexander Solschenizyn, „Der Archipel Gulag“

LNP 1962: John Steinbeck, „Die Reise mit Charley“

Wer eines, mehrere oder alle der 20 genannten Bücher zur Hand nimmt, darf literarische Qualität und bedeutsame Themen erwarten.

Foto: J. Pufe

Jürgen Pufe, 09.06.2024

Neupetershainer Lesestube, Schulstraße 4 (ehem. Goethe-Schule)

Mittwochs von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet

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Österliches Vorlesen in der Neupetershainer Lesestube

Die Vorleserin Frau G. Barsch und die Lesestube hatten am 27. März 2024 acht Hortkinder zu Gast, die sich das ebenso spannende wie heitere Kinderbuch „Die Hasen und der Wilddieb Waldemar“ von Fred Rodrian mit wunderschönen Illustrationen von Gertrud Zucker vortragen ließen.
    Fred Rodrian (1926 – 1985) war Kinderbuchautor und von 1952 bis 1974 Lektor bzw. Cheflektor des Kinderbuchverlages Berlin, den er ab 1975 bis zu seinem Tode als Direktor leitete. Von seinen 19 Kinderbüchern sind drei als das Schönste Buch der DDR (1958, 1960 und 1962) ausgezeichnet worden. Der Kinderbuchverlag Berlin wurde zu Internationalen Kindertag im Jahre 1949 in Ost-Berlin gegründet. In seiner wechselvollen Geschichte entstanden viele lesenswerte, literarisch hochwertige und mit künstlerisch wertvollen Illustrationen gestaltete Kinderbücher. Der Verlag existiert seit 2002 nur noch als Imprint, d. h. als Markenname eines anderen Verlages. Wichtig aber ist, dass die Bücher aus der ehemaligen Backlist des Kinderbuchverlages nach wie vor verlegt und im Buchhandel angeboten werden. Natürlich findet der junge Leser in der Neupetershainer Lesestube eine stattliche Auswahl dieser Bücher vor.
    Eltern und Großeltern, die in ihrer Büchersammlung noch Schätze des Kinderbuchverlages Berlin haben, sollten sie keinesfalls wegwerfen, sondern unverzüglich ihren Kindern und Enkeln zum Lesen und Bilder betrachten in die Hand drücken.
    Übrigens war der Osterhase unbemerkt in die Lesestube gekommen und hatte kleine Schokoladen-Ostereier zwischen den Büchern versteckt, die die Kinder in Windeseile gefunden haben.



Foto: J. Pufe

Jürgen Pufe, 05.04.2024
Neupetershainer Lesestube, Schulstraße 4 (ehem. Goethe-Schule)
Mittwochs von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet
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