Neue B169

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Aufgrund der gegenwärtigen Planungen zu Ortsumfahrungen der B169 für Neupetershain, Lindchen und Allmosen hat sich die Bürgerinitative "Neue B169" gegründet. Wir sind der Meinung, dass die vorgesehene Routenführung in keiner Weise die Interessen der Bewohner der betreffenden Orte berücksichtigt. Verkehrslärm wird nur von einer Seite der Siedlungen auf die andere verlagert. Auch das auf dem Flugplatz Welzow geplante Industriegebiet erhält bei dieser Variante keine Anbindung. Deshalb unterstützen wir die Alternative, welche der Landtagsabgeotrdnete Wolfgang Roick (SPD) vorgestellt hat. An dieser Stelle werden wir die Bürger über uns informieren.

Informationen der Bürgerinitiative „Neue B169“

In der aktuellen Planung für die Ortsumfahrung der B 169 Allmosen, Lindchen und Neupetershain/Nord wird eine Trassenvariante vom Landesbetrieb Straßenwesen bevorzugt, die in geringer Entfernung an den Wohnhäusern der Orte vorbeiführen soll und für die mindestens 7 neue Brückenbauwerke geplant sind.

Diese aktuelle Trassenvariante wird nicht nur die 3 Orte umfahren und wieder auf die bisherige B 169 einmünden, sondern als komplett neue Bundesstraße neben der alten Straße, von Neupetershain bis Allmosen verlaufen. Für Lindchen wird es keine direkte Anbindung an die neue B169 geben. Die bestehende B 169 wird zwischen den Ortslagen Allmosen und Neupetershain zu einer Gemeindestraße umgebaut. Damit sind die Gemeinden Straßenbaulastträger, was für die Gemeinden nicht unerheblich ist.

Allmosen wird nach den derzeitigen Plänen zukünftig im Süden durch die Bahnstrecke Senftenberg-Cottbus, im Westen durch 2 Brückenbauwerke und 1 Kreuzungsbauwerk sowie im Norden durch die geplante Ortsumfahrung mit Brücke zum Friedhof „eingekesselt“ und damit seines ländlich geprägten Charakters beraubt.

Die geplante Umgehung der B 169 führt aber nicht nur in Almosen zur Zerstörung des ländlichen Charakters, sondern auch in den anderen Orten.

In Neupetershain/Nord sollen 3 Brücken auf weniger als 1 km entstehen. Die neue Umgehungsstraße führt zu einer räumlichen Trennung der Gemeinde Neupetershain.

Lindchen wird vom Durchgangsverkehr abgeschnitten.

Ob die Lärmbelästigung durch die geplante Ortsumfahrung wirklich für alle sinken wird, kann natürlich nur die Zukunft zeigen. Der Verkehr passiert dann aber nicht mit 30 oder 50 km/h den Ort, sondern mit 80 bzw. 100 km/h den Ortsrand.

Es ist weiterhin davon auszugehen, dass perspektivisch aufgrund der Verlagerung des Verkehrs von der Autobahn auf die B 169 und durch die – aktuell in Planung befindlichen – Industrie- und Gewerbegebiete der LKW- und PKW-Verkehr deutlich zunehmen werden.

Zum Zeitpunkt der Variantenprüfung war nicht bekannt, dass zwei neue Industrie- und Gewerbegebiete entstehen werden. Auch die Verbindung von Industriegebieten bei Spremberg über eine Tagebaustraße in Richtung Welzow war damals noch kein Thema. Der entstehende Schwerlast- und Pendlerverkehr aus bestehenden und neuen Industrie- und Gewerbegebieten würde künftig zwangsläufig durch Neupetershain und Welzow geführt, um auf die B 169 zu gelangen oder Industrie- und Gewerbegebiete untereinander zu bedienen. Laut Machbarkeitsstudien zum Verkehrslandeplatz Welzow und zur Lausitz-Trasse Drebkau-Neupetershain wird mit einem enormen Anstieg des LKW-Verkehrs und der Pendlerfahrten pro Tag gerechnet.

Wir sehen massive Probleme in einer Trassenführung, die auf einer überholten Planung basiert und die zukünftigen Verkehrsströme völlig außer Acht lässt. Beide Industrie- und Gewerbegebiete hätten mit der aktuellen Trassenvariante keine direkte Anbindung an die B 169. Ein Ziel des Bundesverkehrswegeplanes 2030, die Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung, würde mit der aktuellen Variante also verfehlt.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Lärm- und Staubbelastung für die Anwohner und Anwohnerinnen der drei Orte während der langen Bauphase (ca. 5 Jahre), wie Beispiele aus anderen Orten zeigen.

Wir schlagen daher vor, eine großräumige ortsferne Trassenführung entlang des Tagebaurandes zu prüfen, die auch die geplanten Industrie- und Gewerbegebiete in Welzow und Drebkau berücksichtigt. Die wirtschaftliche Entwicklung würde gestärkt und damit die Mittel aus dem Strukturstärkungsgesetz besser angelegt.

Durch die ortsferne Umfahrung wäre eine Lärmentlastung für die überwiegende Mehrheit der Anwohner und Anwohnerinnen möglich.

Den 3 Ortschaften bliebe weiterhin eine lebenswerte Heimat.

Es würden deutlich weniger Naturräume zerstört, da der Tagebaurand und der Flugplatz Welzow eingebunden werden könnten.

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Eine Unterschriftensammlung für die Prüfung der alternativen Trassenvariante erbrachte innerhalb von 50 Tagen 922 Unterschriften von Unterstützerinnen und Unterstützern, aus den betroffenen Ortschaften für Allmosen 77%, für Neupetershain/Nord 78% und für Lindchen ca. 75% der Wahlberechtigten.

Der Sorge, dass es für unsere Orte keine Umgehungsstraße geben würde, wenn wir die aktuelle Planung jetzt verzögern, sind wir nachgegangen.

Unseres Erachtens entsteht der Zeitdruck bis 2038 nur, weil finanzielle Mittel aus dem Strukturstärkungsgesetz - eigentlich zweckentfremdet - verwendet werden.

Wir haben vom Bundesverkehrsministerium erfahren, dass es durchaus möglich ist, eine bestehende Planung zu ändern, ohne dass die Umgehungsstraße völlig aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030 fällt. Das Land müsste dann - wegen der Ablehnung der aktuellen Variante durch die Mehrheit der Anwohner und Anwohnerinnen - eine andere Planung aufstellen, die wirtschaftlich ist.

Die alternative Trassenvariante ist zwar etwas länger, als die aktuell geplante, spart aber mindestens 4 Brücken. Aufgrund der wegfallenden Kosten durch deutlich weniger Brückenbauwerke, -prüfungen und -sanierungen sollte auch die alternative Variante wirtschaftlich sein.

Der Bau der alternativen Variante könnte überwiegend autark erfolgen, ohne den Verkehr der B 169 zwischen Domsdorf und Allmosen zu behindern.

Um der Prüfung einer alternativen ortsfernen und zukunftsorientierten Trassenvariante der Ortsumfahrung B 169 zwischen Neupetershain/Nord und Allmosen zum Wohle der Anwohner und Anwohnerinnen einen zeitlichen Rahmen zu geben, ist ein sofortiger Stopp der aktuellen Planungen durch das Land Brandenburg in Vertretung durch den Landesbetrieb Straßenwesen unerlässlich.

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