Aus gegebenem Anlass folgt hier eine Erklärung zu den Ereignissen um ein Treffen Rechtsextremer in Neupetershain-Nord, die nun vom NIK e.V. auf der Seite Neupetershain.de veröffentlicht wird.


https://www.berliner-zeitung.de/news/polizei-loest-veranstaltung-von-rechtsextremen-in-neupetershain-auf-li.194792
https://www.sueddeutsche.de/panorama/kriminalitaet-neupetershain-polizei-loest-veranstaltung-von- rechtsextremen-auf-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-211114-99-990951
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2021/11/cottbus-festnahmen-auf-veranstaltung-von-rechtsextremen-hitlergruss.html


Stellungnahme des Vereins „Neupetershainer Geschichten e.V. – Jetzt sind wir mal dran!“ zu den o.g. Darstellungen eines Treffens von Mitgliedern der rechten Szene in Neupetershain Nord
Am 19.11.21 haben wir einen Verein gegründet, der die Entwicklung in Neupetershain grundlegend voranbringen will. Eines unserer zahlreichen Satzungsziele ist u.a. die Förderung der internationalen Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens. Aus diesem Grund gebe ich für den Verein, dessen Mitgliederzahl bis heute auf 28 angestiegen ist, folgende Erklärung ab:
Wir wollen uns aktiv in den Strukturwandel in der Lausitz, insbesondere in Neupetershain und den Nachbargemeinden einbringen. Vieles ist hier in den Jahren auf der Strecke geblieben, was man optisch besonders im „Ruinenviertel um den Bahnhof“ sieht. Wer bei uns mit dem Zug anreist, der denkt er ist im Kriegsgebiet. Das kann man auch nicht schönreden, das ist einfach so. Der Staat hat sich in den über 30 Jahren nach der Wende aus den meisten Verantwortungen im Territorium finanziell zurückgezogen. Die Amtsverwaltung im fernen Altdöbern ist personell unterbesetzt. Unser Rathaus ist geschlossen und mittlerweile verkauft. Man muss sich nur das Arbeitsplatz- oder Freizeitangebot in der Gemeinde anschauen, dann wird man sehr schnell erkennen, dass mit diesem Rückzug jede Menge Platz für fragwürdige Freizeitbeschäftigungen entstanden ist. Dem wollen wir nun mit einem großen Projekt in der Gemeinde entgegentreten. Wir brauchen sichere Arbeitsplätze, einen sanierten Wohnungsbestand, ein geregeltes Freizeitangebot und damit eine ordentliche Perspektive für den Ort und besonders für die hier lebenden Familien und die mittelständischen Betriebe. Bringen wir hier wieder Struktur und Ordnung hinein, dann wird einem solchen Treffen, wie oben genannt, bereits der Zulauf an Gästen fehlen. Es kann nicht sein, dass am Ortsrand Milliarden Euro mit Kohle verdient werden und wir in der Gemeinde mit einem Haushaltssicherungskonzept im Grunde handlungsunfähig sind.
Nun sind wir nicht überrascht, dass nun auch in unserem Gemeindegebiet Treffen Rechtsextremer unter Beteiligung angereister Neonazis stattfinden, das ist auch in vielen anderen Städten Deutschlands leider mittlerweile so. Ja auch bei uns auf dem Land gibt es Rechtsextreme, die sich fast schon unbemerkt in irgendeinem Gehöft treffen können. Nach unseren Informationen fand das Treffen nicht in Neupetershain, sondern in Neupetershain-Nord statt. Wir begrüßen das Einschreiten der Polizei, denn solche Zusammenrottungen brauchen und wollen wir hier nicht. Die Polizei kann das Problem aber nicht nachhaltig lösen.
Wir als Verein sehen den Staat in der Verantwortung hier bessere Rahmenbedingungen gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu schaffen. Wenn wir nicht die Kurve in der Lausitz und besonders auch in kleineren Gemeinden wie Neupetershain bekommen, dann geht mit dem Aus der Kohle hier in unserer Region an vielen Stellen das Licht wirklich aus. Das schafft Platz in den Köpfen für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Natürlich sind wir entsetzt, wenn in diesem Milieu auch noch der Hitlergruß gezeigt wird. Allerdings beruht Rechtsextremismus ja gerade auf der Verherrlichung dieses verbrecherischen Systems. Aber nochmal: Wir hier in Neupetershain mit seinen drei Ortsteilen brauchen Hilfe, um unsere Strukturen wieder in geordnete Bahnen zu bringen und aus eigener Kraft endlich wieder zukunftssicher zu machen. Dann wird auch einem solchen Treffen die Basis entzogen.
        Wir haben den Sonderausschuss Strukturwandel des Landtages in Brandenburg eingeladen, auch einmal eine Sitzung des Ausschusses in unserer Mehrzweckhalle durchzuführen. Eine Rückantwort haben wir noch nicht erhalten. Diese Mehrzweckhalle kann sicher keine 4 Sterne wie der letzte Veranstaltungsort in Großräschen aufweisen, aber er ist halt authentisch für die Situation vor Ort. Wir würden einen Parkplatz am Bahnhof einrichten und dann mit allen Gästen gemeinsam durch unser Ruinenviertel zur Mehrzweckhalle laufen.
Tun wir gemeinsam etwas gegen Rechtsextremismus, entwickeln wir gemeinsam unsere Gemeinde!
Am 25.11.21 werden wir gemeinsam mit der Bürgermeisterin Frau Theile, dem Strukturbeauftragten des Ministerpräsidenten für die Lausitz, Herrn Dr. Freytag, und Vertretern der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH beraten, wie wir unser angedachtes Projekt entwickeln können.

Soult
Vereinsvorsitzender

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