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Sommertour 2015

Wir laden alle, die gern mit dem Rad fahren, zu einer geführten Rundfahrt (mit Mittagspause) am Sonntag, dem 27.09.2015, mit Start und Ziel Kirchplatz, Neupetershain Nord, ein. Uns werden Horst Kittan und der Journalist Uwe Hegewald begleiten. Wie die Rundfahrt verlaufen soll und welchen historischen Hintergrund sie hat, erfahren Sie im folgenden Artikel und der beigefügten Karte.

 

 

 Stationen der Flucht

einer Petershainer Familie im April/Mai 1945

 

Historischer Hintergrund: In dem Buch „Die Russen kommen“ von Host Kittan (REGIA-Verlag) wird die

Flucht der Familie K. vor den Russen im April/Mai 1945 beschrieben. ( Dieser Artikel enthält Textteile des Buches, ohne dass vereinzelte wörtliche Passagen als Zitate gekennzeichnet sind. )

Die geführte Rundfahrt mit dem eigenen Fahrrad folgt dem Fluchtweg der Familie K. Einige Stationen der Flucht wie Klein- und Groß-Jauer, Großräschen Süd, Bergmannssiedlung in Freienhufen, Bückgen und die dazugehörigen Wege und Straßen gibt es nicht mehr (nicht als Folge des 2. Weltkrieges, sondern des Braunkohlebergbaus), und weil wir als Radwanderer nicht auf Bundesstraßen fahren wollen, müssen wir an bestimmten Stellen vom Originalfluchtweg abweichen. Diese Stellen sind eingerückt und rot gekennzeichnet.

Start und Ziel: Sonntag, 27. September 2015, Kirchplatz in Neupetershain Nord, Parkmöglichkeit für Anreise

                           mit PKW

Abfahrtszeit: 10.00 Uhr

Länge der Strecke: 49 km

- Petershain, Dienstag, 17.04.1945, 20.00 Uhr: Familie K. beschließt aus größter Furcht vor den

Russen (Folge der Nazipropaganda) zu fliehen. Der Tross besteht aus:

Mutter (41)

Vater (59)

Sohn (10, Horst Kittan)

Tochter (25)

zwei Tanten (61 und 66)

2 Handwagen, beladen mit Lebensmitteln, Decken, Kleidung, Silberbesteck, wichtigen Urkunden

und 3 Fahrrädern. Man schlängelt sich durch inzwischen errichtete Panzersperren aus Holzbalken in

der A.-Hitler-Straße in Richtung R 169 und muss 15 min warten, um sich in die endlose Schlange aus

Militärlastwagen, Geschützen, Halbkettenfahrzeugen, vereinzelten Panzern und Flüchtenden

einzureihen, Gegenverkehr unmöglich. Man will Richtung Westen über die Elbe zu Verwandten in

Einbeck.

Vor der Altdöberner Kreuzung biegt man nach rechts in einen Waldweg nach Lubochow ein, weil

auf der R 169 ein unbeschreibliches Chaos herrscht und über ihre Köpfe hinweg ständig Granaten

fliegen.

                - Kirchplatz Neupetershain Nord

                - Charlottenstraße

                - Kriegsgräberstätte am Friedhof Neupetershain Nord

                [Hier wird Horst Kittan eine authentische Einführung geben.]

                - Waldweg bis Altdöberner Straße

                - Richtung Ressen

                - Lindchen

                - Radweg nach Lubochow

- ( 7 km) Lubochow, Dorfstraße 18, 22.00 Uhr, vor Muschiks Hof, Familie K. übernachtet bei

               Muschiks.

- 18.04.1945: Landstraße Richtung Pritzen

   Hinter der Grubenbahnbrücke am „Kühlen Grund“ links ab nach Klein- und Groß-Jauer. Aus

   Richtung Pritzen Kommende berichten: In Altdöbern kämpfen die Russen gegen versprengte

   Wehrmachtseinheiten. Um schneller voran zu kommen, beschließt man, die Handwagen in Groß-

   Jauer bei einem Bauern unterzustellen und das Allernotwendigste auf die Fahrräder zu verteilen.

   Die Handwagen und das restliche Habe sieht man nie wieder. Familie K. will jetzt zur Chaussee

   zwischen Altdöbern und Großräschen.

                - am „Kühlen Grund“ Radweg links nach Kunersdorf

                - Radweg am Altdöberner See bis „Röhre“ (15 km)

                - links am Altdöberner Friedhof vorbei zur Chaussee

                - Radweg Richtung Großräschen

- Großräschen (21 km), Markt, Kriegsgräberstätte, Haus der Landwirtschaft

- Freienhufen (25 km), am Zaun der ehemaligen Schule: Weil die beiden Tanten „verlorengegangen“

waren, musste der Zehnjährige auf die Fahrräder und das Gepäck aufpassen, damit die Anderen

suchen gehen. Nachdem wieder alle zusammen sind, beschließt man in Freienhufen die Flucht

abzubrechen und die Russen vorbeiziehen zu lassen.

Familie K. darf gegenüber der Schule bei Familie Zarnecki in der Waschküche übernachten.

- Vom 19.04.1945 bis 24.04.1945 findet man Unterschlupf in der Bergmannssiedlung in

Freienhufen.

[ Mittagspause in Freienhufen, Imbiss im „Dorfkrug“ ]

Am 20.04.1945 erreicht die Front auch Freienhufen. Von der Schlacht am 20./21.04.1945 zwischen

Russen und versprengten Resten der SS-Division Fundsberg und Führerbegleit-Division Groß-

Deutschland aus dem Spremberger Kessel im Raum Kausche-Geisendorf-Petershain, die auf beiden

Seiten Tausende Tote und Verwundete kostete, erfährt man erst später.

- 24.04.1945: Familie K. geht über Bückgen, Dörrwalde, Dörrwolf, Leeskow, Lindchen und R 169

   zurück nach Petershain.

   Die R 169 und Petershain sind ein einziges chaotisches Schlachtfeld. Das Haus der Familie K. ist von

   Russen besetzt. Man geht zurück nach Leeskow.

- 24.04.1945 bis 07.05.1945 Leeskow: Man findet Fluchtasyl bei Familie Nuglisch.

                - In Freienhufen Richtung ehem. Bergmannssiedlung

                - Straße Richtung IBA-Terrassen

                - Radweg entlang des Großräschener Sees (Richtung Sedlitz)

                - Grubenwasser-Reinigungsanlage Rainitza (33 km)

                - Dörrwalde (37 km)

                - Weg nach Dörrwolf (40 km)

                - nach Leeskow (41 km)

                [Im ehemaligen Gutshaus war ein provisorisches Lazarett für deutsche Soldaten

                 eingerichtet. Die Erlebnisse der Familie K. während der zwei Wochen Fluchtasyl in Leeskow

                sind im o. g. Buch ausführlich beschrieben.]

- 07.05.1945: Endgültige Rückkehr nach Petershain.

   Das Wohnhaus ist verlassen, aber völlig verwüstet, zum Teil beschädigt, geplündert und bis an die

   Decke voller Unrat, also unbewohnbar. Familie K. muss, eigentlich wieder zu Hause, beim Nachbarn

   übernachten.

                - Lindchen

                - Ressen

                - Neupetershain Nord, Kirchplatz (49 km) – Ende der „Flucht“

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